Johanna-Wittum-Schule

Moderne Pflegeausbildung an der JWS

Die "Nursing Anne" - eine ganz normale Pflegepuppe

 

Die „Nursing Anne“ – Keine ganz normale Pflegepuppe

Moderne Pflegeausbildung an der Johanna-Wittum-Schule

Mit einem lenurse1icht skeptischen Blick nähert sich die Auszubildende Milena (alle Namen aus Datenschutzgründen geändert) langsam dem Bett, in dem Anne liegt.

Anne ist die neue Pflegepuppe der Johanna-Wittum-Schule in Pforzheim. Sie ist ein Hightech-Instrument, mit dem sich Pflegeschüler*innen effizient und realitätsnah praktische Kompetenzen aneignen können.

Vorsichtig fasst Milena nun Annes rechtes Handgelenk an. Sie sucht den Puls an der Speichenarterie. Milenas Gesichtszüge entspannen sich plötzlich. „Ich glaube da ist er. Ich spüre was. Fühlt sich total echt an“. Die Pflegeauszubildende beurteilt die Anzahl, den Rhythmus und die Stärke der Pulswellen.

 

Kurz bevor der Auszubildende Dominik mit dem Puls tasten an der Reihe ist, tippt die Pflegelehrerin auf ihrem handgroßen Minicomputer neue Werte ein. Sie erhöht die Anzahl der Pulsfrequenz deutlich, verändert den Rhythmus sowie die Qualität der Tastbarkeit - eine neue Lernsituation entsteht. Dominik muss nun zeigen, dass er theoretische Inhalte mit der praktischen Handlung verknüpfen und daraus bestimmte Maßnahmen ableiten kann. „Der Puls ist viel zu schnell und rast ja richtig. Außerdem ist er sehr unregelmäßig und nur schwer zu tasten“, sagt Dominik spontan und macht den Vorschlag, dass man in dieser Situation nun den Pflegeempfänger nicht allein lassen und ihn beruhigen sollte. Frau Lobitz nickt und bejaht seinen Vorschlag, hakt weiter nach und bringt Dominik durch didaktisch geschickte Fragen auf die Idee, in dieser Situation auch an die Gabe von Bedarfsmedikation, die Arztinformation sowie die Dokumentation im Pflegebericht zu denken.

Dies ist nur ein knurse2leines Beispiel aus den vielen Möglichkeiten, welche die „Nursing Anne“ in einer zeitgemäßen und modernen Pflegeausbildung bietet. Mit der Simulationspuppe können viele Pflegemaßnahmen trainiert, Leistungen kritisch analysiert und Handlungssituationen jederzeit wiederholt werden. Das Tool „Nursing Anne“ wurde konzipiert, um Auszubildende besser für den pflegerischen Alltag zu rüsten und so einen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen und sicheren Versorgung von Pflegeempfängern zu leisten.

Beim Arbeiten und Lernen mit der „Nursing Anne“ können verschiedene Funktionen einzeln oder in Kombination programmiert werden. So lassen sich unterschiedliche Lehr-Lern-Situationen kreieren und simulieren. Komplexität und Intensität der Trainingseinheiten können dem Ausbildungsstand der Pflegenden angepasst werden. Den krea(k)tiven Möglichkeiten sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Die „Nursing Anne“ kann Atemgeräusche, Schmerzlaute und einfache Äußerungen von sich geben. Somit lassen sich im Unterrichtssetting auch Interaktions- und Kommunikationsstrategien thematisieren und trainieren. Darüber hinaus können beispielsweise Atem- und Darmgeräusche aber auch Fetalgeräusche abgehört, Infusionen, Katheter und Venenverweilkanülen gelegt sowie die Blutentnahme geübt werden.

„Eine tolle Sache! Das ist mal was anderes als die klassische Unterrichtsgestaltung“, sagt Milena begeistert. „Und man kann das Gelernte so auch gleich in der Schule praktisch anwenden“, ergänzt Dominik. Beide sind sich jedoch einig, dass die Simulationspuppe echte Pflegeempfänger im Pflegeheim oder Krankenhaus nicht ersetzen kann. Dennoch sind die angehenden Pflegefachkräfte dankbar für die Chance des realitätsgetreuen Übens praktischer Pflegehandlungen im geschützten Raum der Schule.

 

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Bilder: Schwach